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Grizzlys schaffen die Sensation und ziehen ins Finale ein!

Es ist vollbracht! In einem packenden Eishockeykrimi ringen die Grizzlys den Ligaprimus aus Mannheim mit 1:2 nieder und ziehen ins Finale gegen die Eisbären Berlin ein! Personell hatte sich bei den Wolfsburgern zunächst nichts zu Spiel 2 verändert, neben den Dauer-Ausfällen Pfohl und Button gab es auch für Jan Nijenhuis und den suspendierten Boucher keine kurzfristige Rückkehr in den Kader. Mannheims Lazarett blieb mit Wolf, Lehtivuori, Huchtala, Lampl und Elias ebenfalls prominent besetzt.
Das Spiel startete denkbar ungünstig für die Gäste aus Niedersachsen: Vom Reporter-Team unbemerkt schied Wolfsburgs Topverteidiger Melchiori gleich in der Anfangsphase mit einer Knieverletzung aus. In der Mannheimer Anfangsoffensive waren an der Bande nacheinander gleich drei Gegenspieler in den Vielspieler der Grizzlys gefahren - die Gäste stellten entsprechend um und Maxi Adam rückte als Ersatz nach. 
Um es kurz zu machen: Den Adlern gehörte das erste Drittel. Mit viel Schwung und Ehrgeiz versetzten die Gastgeber Wolfsburg zunächst in einen Zustand der Dauerbelagerung, den die Grizzlys nur gelegentlich zu (sehr gefährlichen) Entlastungsaktionen verlassen konnten. Nach der frühen Führung durch Dennis Reul (4.) kämpfte sich Wolfsburg durch die folgenden Minuten, musste sich aber auch immer wieder auf den überragenden Dustin Strahlmeier als letzte Instanz verlassen, um nicht weiter in Rückstand zu geraten. Nach einer ersten schadlos überstandenen Unterzahl (ab 9.) gelang es den Grizzlys dann immer besser offensive Nadelstiche zu setzen. Während Adler-Goalie Endras die ersten Chancen der Gäste durch Machacek und Rech erneut spektakulär verhindern konnte, war er in der 14.Minute dann doch machtlos: Bruggissers Hammer hatte durch Spencer Machacek die entscheidende Richtungsänderung erhalten - die Grizzlys machten es mal wieder einfach und effektiv!
Auch im Mittelabschnitt blieb es beim spielerischen Übergewicht der Adler, die sich gleich dreimal im Powerplay an den Niedersachsen die Zähne ausbeißen sollten. Trotz zwischenzeitlicher doppelter Überzahl (allerdings nur 10 Sekunden) blieben die Mannheimer Bemühungen fruchtlos, immer war ein Wolfsburger Schläger oder ein Körperteil der Gäste im Weg - vorzugsweise eines von Dustin Strahlmeier. Wolfsburg durfte sich im Mitteldrittel ebenfalls zweimal in Überzahl versuchen und wusste dabei durchaus zu gefallen. Strahlmeiers Gegenüber stand diesem aber in nichts nach und fischte alles weg, was auf seinen Kasten kam. Die Grizzlys ging spürbar gestärkt aus ihren überstandenen Strafen und machten sich nun auf, dem Spiel im Schlussabschnitt eine überraschende Wendung zu geben. 
Nach erneut dominantem Mannheimer Beginn vollzog sich, wie schon in Spiel 2 der Serie, die langsame Verschiebung der Kräfteverhältnisse auf dem Eis. Wolfsburg bekam deutlich mehr Zugriff auf das Spielgeschehen, agierte nun offensiv wesentlich mutiger und suchte immer wieder den schnellen Puckgewinn im Forecheck. Ein Bild, das es in den ersten vierzig Minuten der Begegnung fast gar nicht zu bestaunen gab. Genau so eine Aktion von Max Görtz war es dann auch, die das Spiel entschied und die Grizzlys ins Finale 2021 beförderte. Nach Puckeroberung hinter dem Mannheimer Tor zog der Wolfsburger Stürmer zum Bauerntrick ums Gehäuse, legte den Puck quer zur Linie und traf dabei Gegenspieler Reul am Schlittschuh. Folge: Der Puck prallte von dort zwischen die Schoner von Dennis Endras (57.) und landete zum späten 1:2 in den Maschen des Adler-Tors. Nur kurz gönnten sich die Grizzlys einen Moment der Euphorie, denn nun galt es, diese knappe Führung gegen wütende Gastgeber über die Zeit zu bringen.
Mannheim schmiss noch einmal alles nach vorne, zog für die letzte Minute den Goalie und versuchte die Gäste in deren Drittel festzusetzen. Doch Wolfsburg entzog sich durch enorme taktische Disziplin und gutes Zweikampfverhalten immer wieder dem Mannheimer Würgegriff, konnte dabei wesentlich öfter den Puck aus dem Drittel bringen, als es den Adlern wohl recht war.
Die letzten bangen Sekunden brachte schließlich ein gewonnenes Bully vor Strahlmeier von der Uhr und dann war es soweit: Das "kleine niedersächsische Dorf" hatte seine vierte Final-Teilnahme dingfest gemacht! Zur Abwechslung nicht mit, sondern gegen Pavel Gross als Trainer. Ein Verdienst, den vor allem Pat Cortina, dem oft recht hart in der Kritik stehenden Coach der Grizzlys, nun keiner mehr nehmen kann.
Ob ihm im Duell mit dem Rivalen aus Berlin vielleicht sogar der ganz große Wurf gelingen kann, werden die nun kommenden Tage zeigen. Schon am Sonntag geht es mit dem ersten Spiel gegen die im Halbfinale ebenfalls in drei Spielen erfolgreichen Eisbären weiter.

HAUT REIN, JUNGS! HOLT DEN POTT AN DIE ALLER!

1:0 Reul (Plachta - Desjardins) 4.Min
1:1 Machacek (Bruggisser - Olimb) 14.Min
1:2 Görtz 57.Min