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Julian Melchiori macht den Sieg in Spiel 1 klar!

Ausgerechnet Melchiori, der nach früher Verletzung das dritte Spiel gegen Mannheim fast vollständig von der Bank beobachten musste, setzte unter diese hart umkämpfte Finalpartie den Schlusspunkt. Es waren bereits 78.Minuten gespielt, eine zweite Overtime drohte, da setzte der Wolfsburger Verteidiger zum Alleingang quer durch das Berliner Abwehrdrittel an, tanzte zwei Gegenspieler aus und vollendete in aller Seelenruhe. Die Grizzlys schnappten sich somit den ersten Sieg in dieser Best-of-Three Serie und konnten die Eisbären damit zum fünften Mal in Folge besiegen.
Begonnen hatte die Begegnung mit einem schnellen und taktisch sehr diszipliniert geführten Auftaktdrittel, das für beide Teams weder Strafen noch Tore mit sich bringen sollten. Die wirklich guten Chancen blieben zunächst rar und waren auf beiden Seiten stets Beute der überragenden Torhüter. Im Tor der Grizzlys stand dabei erneut Dustin Strahlmeier, zumal sich auch sonst nichts in der Aufstellung zur letzten Partie in Mannheim verändert hatte. Eine gute Nachricht aus Sicht der Grizzlys, denn das bedeutete, dass mit Julian Melchiori einer ihrer wichtigsten Spieler wieder zur Verfügung stand.
Auffällig im ersten Spielabschnitt: Die Eisbären antizipierten die Linie des Schiedsrichtergespanns deutlich schneller als die Gäste aus Wolfsburg. Die Grizzlys hingegen benötigten deutlich länger, um zu realisieren, dass vor allem an der Bande Checks und Halten extrem großzügig ausgelegt werden solllten.
Im Mittelabschnitt erwischten die Eisbären zunächst den besseren Start, Wolfsburg hatte seinerseits wenige, aber dafür umso hochkarätigere Chancen durch Hungerecker und Olimb. Dann übertrieben es die Hausherren in der allgemeinen Aufbruchstimmung aber mit dem Ausloten der Toleranz der Referees. Gleich zweimal hintereinander stattet Berlins McKiernan der Kühlbox einen Besuch ab (28.+32.), beide Strafen waren weitgehend überflüssig und unstrittig. Während das Wolfsburger Powerplay im ersten Versuch irgendwie indisponiert wirkte (Görtz war als Folge des Fouls kurzfristig in der Kabine verschwunden), drehten die Gäste im zweiten Anlauf mächtig auf. Der hervorragend reagierende Niederberger im Tor der Eisbären verhinderte zunächst noch spektakulär Schlimmeres, kurz vor Ablauf der Strafe war es dann aber soweit: Ein feines Anspiel von Olimb fand in Toto Rech einen dankbaren Abnehmer. Niederberger rettete zwar erneut mit einer Wahnsinnsreaktion, doch endlich gewährte der Berliner Goalie den Gästen mal einen Rebound, den Gerrit Fauser prompt zur 0:1 Führung über die Linie drückte (34.). Ein weiteres Powerplay kurz vor der zweiten Pause blieb ähnlich zerfahren wie das erste in diesem Drittel und brachte den Grizzlys nichts ein.
Das Spiel legte nun in Sachen Intensität noch einmal eine Schippe drauf. Berlin blieb weiter bemüht das Wolfsburger Defensivsystem zu knacken und erzwang mit viel Druck nun seinerseits gleich drei Strafzeiten gegen die Grizzlys. Spätestens bei der dritten Strafe (54./Bruggisser) wirkte es allerdings so, als ob die Schiedsrichter unbedingt eine gleichmäßige Strafenverteilung aufs Papier zaubern wollten. Gemessen an der sonst laxen Linie der Referees rief die Entscheidung wegen Hakens doch einiges an Kopfschütteln bei den Wolfsburgern hervor. Hatten die Gäste die beiden ersten Unterzahlspiele noch gut überstanden und durch Konter sogar die größeren Chancen verbucht, so klingelte es jetzt auch hinter Dustin Strahlmeier zum ersten Mal (55.). MVP Marcel Noebels war der Glückliche gewesen, dessen Schuss von Mösers Stock unhaltbar in die Maschen abgefälscht worden war. Das Spiel stand also wieder auf Anfang.
Doch nun sollten sich die Ereignisse überschlagen! Während der eine oder andere Zuschauer wohl geistig in Richtung Verlängerung unterwegs war, blieben die Sinne der Grizzlys geschärft. Wolfsburg zeigte keinerlei Nervosität und blieb nicht nur defensiv wachsam, sondern packte auch im gegnerischen Drittel jetzt wieder entschlossener zu. So war es dann auch eine Puckeroberung (58.) hinter dem Eisbärentor durch Pekka Jormakka, die den Gastgebern zum Verhängnis werden sollte. Sofort nach Scheibengewinn ging das Spielgerät in den Slot, wo der clever nachgerückte Festerling zum 1:2 verwandeln konnte. Der Jubel der Grizzlys war riesengroß, der erste Sieg zum Greifen nah. So kurz vor dem Ende blieb den Gastgebern eigentlich nur noch eine Wahl - der Torhüter musste für einen sechsten Feldspieler vom Eis! Fast anderthalb Minuten verbrachten die Eisbären im Anschluss im Drittel der Gäste und entgingen dabei gleich zweimal dem Schuss ins leere Tor mal mehr (Fuchner) und mal weniger (Festerling) knapp. Ganze 38 Sekunden waren noch zu spielen, da wendete sich das Blatt tatsächlich noch einmal: In Person von Zachery Boychuk arbeiteten die Eisbären den Puck doch noch ein zweites Mal über die Linie - die kalte Dusche für die Grizzlys schien perfekt.
Aber wieder ließen sich die Gäste nur wenig anmerken, schalteten sofort wieder einen Gang hoch und kamen wenige Sekunden vor der Sirene tatsächlich durch Machacek zu einer brandgefährlichen Abschlusschance vor Niederberger. Wieder blieb der Berliner Goalie Sieger, die Grizzlys durften weiter an ihrer beeindruckenden Overtime-Bilanz arbeiten.
Was folgte waren knapp 18 Minuten rasantes Eishockey mit jeder Menge Torszenen auf beiden Seiten. Die Mehrzahl der Gelegenheiten verbuchten hierbei die Gäste, die mit zunehmender Dauer der Verlängerung eindeutig mehr zuzusetzen hatten. Die größte Chance hatten allerdings die Eisbären, bei denen Leo Pföderl am leeren Tor vorbeischoss und damit wohl den einen oder anderen Wolfsburger Herzschrittmacher kurz vor den Kabelbrand brachte. 
Generell schienen beide Seiten an einer schnellen Entscheidung interessiert und auch Wolfsburg spielte nun ungewohnt offensiv orientiert. Julian Melchiori war es schließlich (78.), der dem nervenaufreibenden Treiben mit seinem zweiten Saisontreffer eine Ende setzte und die Grizzlys ihrem Traum von der ersten Meisterschaft einen weiteren Schritt näher brachte.
Am kommenden Mittwoch treffen die beiden Mannschaften in Wolfsburg zum zweiten Finalspiel aufeinander. Die Partie wird ab 19.25h im Free-TV bei Sport1 zu sehen sein!

Wir zählen die Stunden bis dahin! Holt das Ding!

0:1 Fauser (Rech - Olimb) 34.Min PP 5-4
1:1 Noebels (White - Pföderl) 55.Min PP 5-4
1:2 Festerling (Jormakka - Möser) 58.Min
2:2 Boychuk (White - McKiernan) 60.Min EA
2:3 Melchiori (Olimb - Fauser) 78.Min