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Grizzlys nicht bereit - Berlin gleicht aus

Wolfsburg unterliegt den Eisbären in eigener Halle leistungsgerecht mit 1:4 und schickt die Serie somit in ein echtes Endspiel zurück nach Berlin. Coach Pat Cortina resümierte anschließend treffend: "Das waren nicht die Grizzlys aus den letzten Wochen". Und er hatte recht. Berlin kam aggressiv, schnell und mit breiter Brust aufs Eis und setzte den Gastgebern von der ersten Minute an heftig zu. Wolfsburg hingegen schien sich zu quälen, kam einfach nicht auf Touren und in die Zweikämpfe. Zwar überstanden die Grizzlys die besonders stürmische Anfangsphase der Gäste ohne Gegentreffer, aber selbst ein frühes Überzahlspiel (ab 5.) brachte sie nicht ins Spiel. Kaum war die Strafe gegen Tuomie abgelaufen, dominierten die Eisbären mit knallhartem Forecheck wieder das Geschehen und drängten auf die Führung. Während Wolfsburg am Ende des ersten Drittels fast ausschließlich Abschlüsse aus "sicherer" Entfernung vorzuweisen hatte, gelang es den Gästen immer wieder die Defensive der Grizzlys auseinander zu ziehen und freie Torschüsse zu generieren. In der 17.Minute war es dann schließlich soweit: Wolfsburg hatte sich aus der Position locken lassen und der völlig freistehende Hördler konnte sich nach genauem Pass das Spielgerät in aller Ruhe zurechtlegen. Per Rückhand überwand der Berliner Routinier den Wolfsburger Schlussmann zur völlig verdienten 0:1 Führung. 
Mit über einer Minute Reststrafe gegen Järvinen ging es für die Grizzlys auch im Mitteldrittel unter Druck los. Das Penaltykilling blieb aber an diesem Abend das fast das Einzige, was zur vollen Zufriedenheit (aber auch nur einmal) für die Gastgeber funktionierte. Berlin blieb spielbestimmend gegen weiterhin müde wirkende Wolfsburger, die sich vor allem im eigenen Slot regelmäßig in Probleme brachten. Die gewohnte Geistesgegenwart im eigenen Verteidigungsdrittel fehlte sowohl beim Aufbau, als auch bei der Verteidigung gegen Druck auf das eigene Tor. Nach den Leistungen der letzten Wochen ein äußerst ungewohnter Anblick. Per Doppelschlag fand diese bis dahin doch etwas einseitige Partie dann ihre Vorentscheidung: McKiernan aus dem Rückraum (28.) und Streu nach Chaos im Grizzly-Torraum (31.) stellten auf 0:3, die Grizzlys wirkten dabei insgesamt viel zu langsam in ihren Aktionen. Es folgten endlich die ersten wirklich gefährlichen Aktionen der Hausherren, die mit einem Aufsetzer an die Latte des Eisbärentors ihren Anfang nahmen. Wenig später tropfte Järvinens Schuss zwar durch die Schoner von Niederberger, doch das Hartgummigeschoss blieb hinter ihm liegen und fand wieder nicht den Weg ins Tor der Berliner. Als die Gäste sich ihre zweite Strafe der Begegnung abholten (37.), zeigten die Grizzlys endlich eine ihrer Stärken. Im Powerplay war es Gerrit Fauser, der einen sauberen Spielzug über Olimb und Festerling aus nächster Nähe in den Winkel befördern konnte (38.) und den Grizzlys somit neue Hoffnung schenkte.
Berlin verlegte sich nun auf Spielstandverwaltung und machte das zum Leidwesen der Grizzlys recht gut. Wolfsburg agierte fortan wesentlich offensiver, ohne sich aber die ganz großen Chancen herausspielen zu können. Lediglich Phil Hungerecker hätte einen schnellen Angriff der Gastgeber fast zum Anschluss nutzen können (43.), doch Niederberger hatte das Tor zuvor aus der Verankerung gedrückt, so dass eine der wenigen guten Situationen relativ unspektakulär abgepfiffen wurde.
Zusammenfassend kann man auch vom letzten Drittel behaupten, dass die Eisbären mit ihren Gegenstößen gefährlicher waren als alles, was Wolfsburg an diesem Abend versuchte. Die Pfostentreffer durch Noebels und Reichel bildeten da nur die Spitze des Eisbergs...
Auch als Wolfsburg bereits in der 57.Minute das erste Mal mit sechs Feldspielern sein Glück versuchte, waren es eher die Grizzlys, die in Bedrängnis gerieten. Das 1:4 ins leere Tor durch Reichel (59.) beseitigte schließlich den kleinen Restzweifel, wer das Eis als Sieger verlassen sollte.
Am Ende war es wohl eine Mischung aus Berlinern, die sich etwas besser auf das Wolfsburger Eishockey eingestellt haben und äußerst langsam und müde wirkenden Grizzlys, die den Ausschlag gab. Die Eisbären fahren nach fünf Niederlagen am Stück somit ihren ersten Sieg gegen Wolfsburg ein. Wir finden: Soll reichen!

It's time to fight back! Take what's yours!
         

0:1 Hördler (Zengerle - Tuomie) 17.Min
0:2 McKiernan (Noebels - Pföderl) 28.Min
0:3 Streu (Foucault - Fiore) 31.Min
1:3 Fauser (Festerling - Olimb) 38.Min PP 5-4
1:4 Reichel 59.Min ENG