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Unglückliche 4:3 Niederlage in Bremerhaven

Dank eines Hattricks von Fischtown-Stürmer Urbas zogen die Grizzlys im Nord-Duell am Ende mit 4:3 den Kürzeren. Wolfsburgs Personallage hatte sich durch Mingoias Ausfall vor dem Spiel dabei noch einmal zusätzlich verschärft. In der Abwehr blieb es bei vier gelernten Verteidigern plus Furchner und Pfohl. Obwohl damit nun auch die Topreihe der Gäste gesprengt war, fanden die Grizzlys recht ordentlich in die Partie und konnten sogar durch einen energisch vorgetragenen Konter (12.) in Führung gehen. Doch Wolfsburg sollte an Machaceks Treffer zum 0:1 nicht lange Freude haben: Drei Minuten später kassierte Fauser für einen Check gegen Bremerhavens Friesen eine fünfminütige Denkpause, die die Hausherren zum Doppelschlag (15./16.) durch Urbas zu nutzen wussten. Dass beim 2:1 der Torschütze eigentlich ein Grizzlys war, machte die Sache aus Sicht der Gäste natürlich umso ärgerlicher. Bittner hatte den Querpass/Schuss ans Bein bekommen und ihn somit unhaltbar für Pickard im Gehäuse versenkt. Ebenso unglücklich darf die vorhergehende Strafe bei Fausers "unkorrektem Körperangriff" betrachtet werden. Fauser war um Gegenspieler Friesen herumgefahren, um ihn frontal zu checken, was ihm offenbar als Anlauf ausgelegt wurde. Dass Friesen, der mit dem Hinterkopf aufs Eis schlug, ins Krankenhaus musste, machte die ohnehin fragwürdige Strafe nach Sichtung der Videobilder zur 5-Minuten-Strafe ohne Spieldauer. 
Wolfsburg spielte das Drittel somit in Unterzahl zu Ende, kassierte noch eine weitere Strafe (19.) gegen Button, aber eben auch keinen weiteren Gegentreffer. 
Das Mitteldrittel gestaltete sich umkämpft und zerfahren. Beide Teams investierten viel und leisteten enorme Laufarbeit. Wolfsburg wurde immer wieder durch schnelle Konter gefährlich, fand aber keinen Weg am glänzend aufgelegten Maxwell im Gehäuse der Gastgeber vorbei. Jeder aussichtsreiche Angriff endete spätestens bei Maxwell, oder wurde im letzten Moment durch einen der bemerkenswert schnell zurückeilenden Gegenspieler unterbunden. Dass zwischenzeitlich zwei Wolfsburger Powerplays recht effektlos verpufften, war nach den letzten Spielen dann leider keine allzu große Überraschung mehr. Als Gerrit Fauser dann kurz vor dem zweiten Pausentee erneut in die Kühlbox musste, war klar: Das Schiedsrichter-Duo und die Grizzlys werden in diesem Spiel keine Freunde mehr. Fausers Gegenspieler hatte sich den Stock des Wolfsburgers praktisch selbst vor den Körper gehoben und wurde prompt für die lustige Idee belohnt.
Folglich ging es für die Gäste auch im Schlussabschnitt erst einmal in Unterzahl zurück aufs Eis. In der letzten Sekunde besagter Strafzeit (42.) klingelte es dann erneut - allerdings im Gehäuse der Gastgeber! Archibald und Gaudet scheiterten zunächst mit ihrem gemeinsam vorgetragenen Konter, doch Archibald bekam die Scheibe wieder unter Kontrolle und legte seinem Kollegen im zweiten Versuch den hochverdienten 2:2 Ausgleich auf. Das hätte der Wendepunkt in dieser wilden Begegnung werden können...wurde es aber nicht.  
Ganze 26 Sekunden später war es erneut Urbas, der mit einem Treffer direkt vom Anspiel die Führung für seine Farben und damit auch seinen Hattrick eintütete. Wolfsburgs Goalie hatte den Schuss aus zentraler Position durch die Hosenträger schlüpfen lassen - ein gebrauchter Tag nahm für die Grizzlys seinen Lauf.
Es kam noch schlimmer: Erst musste Wolfsburgs Kapitän wegen Torhüterbehinderung (53.) außerhalb des Torraums vom Eis, so dass der wütende Ansturm der Wolfsburger einen ersten Dämpfer bekam. Dann "vollstreckte" Unglücksrabe Bittner ein zweites Mal aus dem Gewühl ins eigene Netz (58.), weil er einen Querschläger von Vikingstad an die Kufe bekommen hatte. Es war zum Verrücktwerden. Die Grizzlys rissen sich trotzdem noch einmal zusammen und kamen ohne Torhüter tatsächlich noch zum Anschlusstreffer durch Archibald (60.), der ein Bittner-Geschoss in die Maschen lenken konnte. Die verbliebenen 40 Sekunden sollten aber am Ende nicht mehr reichen, um einen mehr als verdienten Punkt von der Küste zu entführen. Bleibt festzuhalten, dass es letztlich zu viele Faktoren waren, die im Vergleich mit den Gastgebern gegen die Grizzlys gesprochen hatten. Vor allem Powerplay und Torhüter waren bei den Pinguins eindeutig ihrem Gegenüber überlegen. Hinzu kamen ein ganzer Sack voll Glück mit Schiedsrichterentscheidungen und unkontrolliert abprallenden Scheiben in allen Zonen. 
Ein bisschen mehr "Strahlie" und ganz viel Powerplay üben könnten hier für Abhilfe sorgen, ansonsten gilt nach solch kuriosen Spielen sicherlich abhaken und weitermachen.


0:1 Machacek (DeSousa) 12.Min
1:1 Urbas (Jeglic) 15.Min PP 5-4
2:1 Urbas (Dietz - Jeglic) 16.Min PP 5-4
2:2 Gaudet (Archibald) 42.Min SH 4-5
3:2 Urbas (Jeglic) 43.Min
4:2 Vikingstad (Uher) 58.Min
4:3 Archibald (Bittner - Button) 60.Min EA