header
Log in
A+ A A-

Dezimierte Grizzlys unterliegen Nürnberg nach Penaltys

Das Verletzungspech der Grizzlys macht sich allmählich bemerkbar. Seit rund zwei Wochen gelingt dem Team von Mike Stewart nun kein Dreier mehr, zudem verabschiedete sich mit dem Ausfall von Tyler Gaudet scheinbar das letzte bisschen Spielfluss aus den Reihen der Wolfsburger. Kapitän Furchner war als elfter Angreifer wieder in den Sturm gerückt, der wieder genesene Raabe übernahm dafür seinen Platz in der Abwehr. Mit dreieinhalb frisch gemischten Reihen fanden die Grizzlys dabei eigentlich nie zu ihrem schnellen Umschaltspiel und konnten die Gäste so gut wie nie per Forecheck in deren Drittel halten. Es war ein umkämpftes, zerfahrenes und irgendwie verkorkstes Spiel.  
Dabei spielte der Start den Gastgebern zum Glück in die Karten: Schon in der 2.Minute konnte Geburtstagskind DeSousa einen Abpraller auf den völlig freistehenden Rech querlegen. Der knipste geradezu entspannt zur frühen Führung für seine Farben und brachte die druckvoll agierenden Gäste somit etwas aus dem Tritt. Die trafen ihrerseits durch den extrem auffälligen Stoa im Powerplay zunächst den Pfosten (13.), stellten zwei Minuten später dann verdient auf 1:1. Schmölz stand nach einem Wolfsburger Abspielfehler am Ende der Verwertungskette und konnte direkt vor Strahlmeier unhaltbar einnetzen. 
Die Grizzlys glänzten an diesem Abend wie gewohnt in Unterzahl und blieben in Überzahl lange Zeit ohne Ertrag. Neu war hingegen der fehlende Speed im Spiel der Hausherren, ebenso wie die haarsträubende Schwäche im Abschluss. Mindestens ein halbes Dutzend Hochkaräter hatten die Gastgeber bis zum Ende des zweiten Drittels am Tor vorbeigejagt, Mingoia traf dabei zumindest die Latte. Die harmloseren Schüsse fanden hingegen ihren Meister in Gästekeeper Treutle.
Nürnberg investierte viel, spielte hart und belohnte sich schließlich (37.) durch Stoas 1:2, der seinen eigenen Nachschuss aus der Luft unterbringen konnte.
Sichtbar genervt kamen die Grizzlys zum Schlussabschnitt aus ihrer Höhle. Mit deutlich mehr Energie ging es gleich in den Forecheck: Machacek nagelte zur Begrüßung gleich einmal den gegnerischen Verteidiger samt Scheibe ans Glas und leitete damit die erste richtige Druckphase der Gastgeber ein. Dumm nur, dass Wolfsburg sich mit sechs Feldspielern versuchte (45.) und in der folgenden Unterzahl wieder ein wenig aus dem Tritt geriet. Erst gegen Mitte des Drittels fand sich wieder so etwas ähnliches wie Spielfluss auf Seiten der Hausherren ein, bei denen mittlerweile Furchner und Pfohl die Plätze in Angriff und Abwehr getauscht hatten. Trotzdem beschlich einen nicht unbedingt das Gefühl, dass es an diesem Abend für die Grizzlys noch zu Punkten reichen sollte. Im vierten Anlauf folgte dann aber doch noch die Erlösung in Sachen Powerplay! Im hohen Slot konnte Wolfsburgs Machacek ein hartes Anspiel unhaltbar abfälschen und ließ die mit 1600 Zuschauern für einen Corona-Dienstag gut gefüllte Halle zum zweiten Mal jubeln. 
In der folgenden Verlängerung kamen beide Teams zu guten Gelegenheiten die Partie vorzeitig zu entscheiden. Die beste hatte Wolfsburgs Rech, der völlig allein in Richtung Treutle fahren durfte - und scheiterte!
Das abschließende Penaltyschießen ging an die Gäste, die am Ende mit MacLeod und Reimer gleich zwei Torschützen vorzuweisen hatten. Bei Wolfsburg war, wie könnte es auch anders sein, lediglich Chris DeSousa erfolgreich gewesen.
Schon am Donnerstag geht es für die weiterhin um Möser, Murray, Wurm, Schinko, Nijenhuis und nun auch Gaudet dezimierten Grizzlys in Iserlohn weiter. Vielleicht finden sie dort ja wieder einen neuen Weg zum Erfolg - wie so oft im bisher vom Verletzungspech geprägten Verlauf der Saison. 


1:0 Rech (DeSousa - Archibald) 2.Min
1:1 Schmölz (Sheehy - Bender) 15.Min
1:2 Stoa (Reimer - Bodnarchuk) 37.Min
2:2 Machacek (Mingoia - Button) 56.Min PP 5-4
2:3 Reimer PEN