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Unnötige Niederlage in Iserlohn

Es läuft nicht mehr rund bei den Grizzlys. Auch im Sauerland setzt es am Ende eine mit 5:2 deutlich zu hoch ausfallende Niederlage. Zu hoch, weil die Gäste sowohl im ersten wie auch im dritten Spielabschnitt die bessere Mannschaft waren, aber vor allem im Auftaktdrittel einfach ihre Chancen nicht nutzten. 
Während die überraschend frisch aufspielenden Wolfsburger u.a. durch Rech nur den Pfosten trafen und den Puck sogar im blank gespielten Tor nicht unterbringen konnten, reichte den Roosters im Prinzip eine Strafe gegen den Gast, um in Führung zu gehen. Nach schneller Kombination nagelte Casey Bailey das Spielgerät aus spitzem Winkel in selbigen (15.) und stellte damit den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Die Grizzlys mühten sich weiter ihren Abschluss zu verbessern, kassierten vor Drittelende aber noch eine weitere, reichlich überflüssige, Strafe gegen Dominik Bittner. Es sollte eine verhängnisvolle werden. 
75 Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie fast schon entschieden: Erst versenkten die Gastgeber durch Whitney auch ihre zweite Überzahlgelegenheit (21.), dann verwandelte sich Wolfsburgs Abwehr in einen einzigen Hühnerhaufen. Die Folge war das schnelle 3:0 durch Schilkey, der Pickard ungehindert umkurven konnte, während die Gästedefensive den Puck noch hinter dem Tor suchte...
Es hätte nun locker in einem Debakel für die Gäste aus Niedersachsen enden können, die in der Folgezeit gleich ein ganzes Bündel an guten Einschusschancen zuließen. Doch die Roosters machten den Sack nicht zu, ließen nun ihrerseits eine hundertprozentige Möglichkeit nach der anderen aus. Das Spiel wurde zusehends härter und beide Teams bekamen im Verlauf des Drittels weitere Gelegenheiten im Powerplay am Spielstand zu drehen. Ärgerlich aus Grizzlysicht: Gleich zu Beginn ihres ersten eigenen Überzahlspiels nahmen die Gastgeber Wolfsburgs Topscorer per Faustkampf aus dem Spiel. Wolfsburg agierte trotzdem stark verbessert im Vergleich zu den Powerplayauftritten der letzten Wochen, konnte aber vor der zweiten Pause nicht mehr verkürzen. 
Wolfsburg wollte weiterhin deutlich sichtbar die Punkte, kam aber zunächst nur zäh in den letzten Spielabschnitt. Es brauchte offenbar einen Weckruf - und den servierte Chris DeSousa in der 44.Minute! Mit einem grenzwertigen Check beförderte er Iserlohns Kapitän Ankert in die Bande und zog sich somit prompt den Zorn vom anderen Topscorer der Liga zu. Dumm nur für die Roosters, dass Foucault im Anschluss alleine auf die Strafbank ging und Wolfsburg sein nächstes Überzahlspiel praktisch geschenkt bekam. Zwar war das nach wenigen Sekunden dank einer weiteren dummen Strafe gegen Bittner schon wieder Geschichte, doch irgendwie bewegte sich jetzt etwas in der Dynamik des Spiels. Als dann auch noch Riefers nach Beinstellen gegen Pfohl (46.) vom Eis musste, drehten die Grizzlys endlich auf. Dem Powerplaytreffer von Trevor Mingoia (46.) folgte ein einziger Sturmlauf der Gäste. Nach Videobeweis gelang Chris DeSousa schließlich sogar der Anschlusstreffer (50.) und die Gastgeber drohten nun völlig die Kontrolle zu verlieren. Kurios: Schon zum zweiten Mal bekommen die Grizzlys einen Treffer trotz verschobenem Tor zugesprochen, da auch dieses Mal ein gegnerischer Spieler das Verschieben zu verantworten hatte. Archibald hatte vor seinem Einschlag noch den entscheidenden Pass vor das Gehäuse der Gäste anbringen können, den Rest besorgte Wolfsburgs Torjäger Nr.1.
Die Grizzlys witterten ihre Chance das Spiel zu drehen, Iserlohn fand offensiv nicht mehr statt und spielte ein Icing nach dem anderen. Dass es am Ende doch noch deutlich zu Gunsten der Roosters wurde, lag zum einen an der anhalten Wolfsburger Ineffizienz, zum anderen an der gewagten Entscheidung, die letzten drei Minuten ohne Torhüter zu spielen. Zwei Treffer ins leere Tor der Wolfsburger innerhalb weniger Sekunden (59.) beendeten den Traum von weiteren Punkten auf dem Konto der Gäste. 
Unrühmlicher Abschluss der Partie war dann eine selten zu beobachtende Keilerei beim Shakehands, die wohl in erster Linie der aufgeheizten Atmosphäre des letzten Spielabschnitts geschuldet war. Gleich mehrere Spieler beider Teams tauschten bei dieser Gelegenheit Argumente aus, die Acolatse und Rausch auf Iserlohner Seite und Busch und Machacek auf Wolfsburger Seite (eher symbolische) Spieldauerstrafen einbrachten. 
    

1:0 Bailey (O'Connor - Adam) 15.Min PP 5-4
2:0 Whitney (Adam - Cornel) 21.Min PP 5-4
3:0 Schilkey (Foucault - Labrie) 22.Min
3:1 Mingoia (DeSousa - Machacek) 46.Min PP 5-4 
3:2 DeSousa (Archibald) 50.Min
4:2 Ewanyk (Ankert - Whitney) 59.Min ENG
5:2 Cornel (Ziegler - Raedeke) 59.Min ENG