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Wolfsburger Not-Aufgebot unterliegt Ingolstadt

Ein Schritt vor, zwei zurück - das fasst die Personalsituation der Grizzlys weiterhin gut zusammen. Nach den Sperren gegen Machacek und Archibald aus dem Iserlohn-Spiel freute man sich zunächst über die Rückkehr von Routinier Wurm im Abwehrverbund. Doch die Freude währte nur zwei Wechsel, da schrumpfte das Wolfsburger Aufgebot schon wieder um einen Akteur. Mit Julian Melchiori bekam das Lazarett am Allersee einen weiteren prominenten Neuzugang (fühlte sich krank), so dass die Niedersachsen die Begegnung mit der stolzen Zahl von drei Ausländer bestreiten mussten.
Doch es kam noch schlimmer: Von den verbliebenen zehn Angreifern und sechs Verteidigern schied im Mitteldrittel auch noch Steven Raabe mit einem tiefen Cut im Gesicht aus. Das Spiel verlief ähnlich unglücklich.
Besonders im Auftaktdrittel fand die komplett durcheinander gewürfelte Resterampe der Grizzlys eigentlich nicht statt. Ingolstadt dominierte die vollen zwanzig Minuten, ging früh durch DeFazio (2.) in Führung und hätte am Ende durchaus höher als 0:2 führen können, vielleicht sogar müssen. Zum Glück für die ständig hinter rennenden Gastgeber steht es mit dem Selbstbewusstsein der Schanzer momentan nicht gerade zum Besten, so dass die Panther es bei nur einem weiteren Powerplaytreffer (11.) durch Feser beließen. 
Die Grizzlys schüttelten sich und drückten im Mitteldrittel, etwas überraschend, aufs Gaspedal. Gerade einmal 15 Sekunden durfte Emil Quaas auf der Strafbank Platz nehmen (23.), da begeisterten die Hausherren ihren Anhang mit einem Traumtor in Überzahl. Liga-Topscorer DeSousa hatte Mingoias harten Querpass unhaltbar in die Maschen gezimmert und den Gastgebern endgültig neues Leben eingehaucht. Es entwickelte sich tatsächlich eine mehrminütige Druckphase der Grizzlys, die in der 29.Minute allerdings einen schmerzhaften Dämpfer bekam. Nach einem verlorenen Anspiel im Angriffsdrittel ließ der EHC sich auskontern, die Panther stellten durch DeFazios zweiten Treffer den alten Abstand wieder her. Doch Wolfsburg war jetzt im Spiel, agierte mindestens auf Augenhöhe und wurde knapp zwei Minuten vor der nächsten Pause erneut belohnt. Toto Rech stand nach DeSousas Rückhandpass mutterseelenallein vor dem Gehäuse und stellte den erneuten Anschluss her. Hätte Buttons Lattenknaller (40.) im anschließenden Powerplay seinen Weg in den Ingolstädter Kasten gefunden...wer weiß, wie dieser Nachmittag noch verlaufen wäre.
So gaben die Panther zum Auftakt des Schlussabschnitts wieder den Ton auf dem Eis an und nahmen bis zu ihrer nächsten Unterzahl (48.) wichtige Minuten von der Uhr. Auch jetzt zeigten sich die Grizzlys mehr als gewillt, diesem Spiel doch noch die herbeigesehnte Wendung zu verpassen. Das Überzahlspiel, zuletzt oft das Sorgenkind der Wolfsburger, lief erneut überraschend druckvoll und flüssig. Offenbar ergeben sich hier aus der Personalnot interessante Alternativen!
Ohne die physische Präsenz von Machacek und Archibald durften vor allem in Sachen Rebound natürlich keine Wunderdinge erwartet werden, doch der Puck lief erfreulich schnell durch die Reihen der verbliebenen Akteure.
Ein weiteres Tor sollte den Grizzlys indes verwehrt bleiben. Stattdessen setzte es für den in den Torraum drängenden (puckführenden!) Fauser eine Strafe wegen Behinderung des Torhüters. Eine Entscheidung, die man so eher selten zu sehen bekommt und die das Spiel endgültig zugunsten der Gäste kippen sollte.
Gerade hatte Wolfsburg die folgende Unterzahl unbeschadet über die Runden bekommen, da patzte ausgerechnet einer ihrer Besten. Goalie Strahlmeier hatte einen abgewehrten Schuss kurz aus den Augen verloren, da sagte Gästestürmer Aubry auch schon artig "Danke" (52.).
Wolfsburg versuchte noch einmal alles, hatte noch eine Riesenchance durch Rech zum Anschluss zu kommen. Doch der Wolfsburger Torjäger vergab ans Außennetz. Es sollte nicht sein. Auch ohne Torhüter und mit sechstem Feldspieler kamen die Grizzlys nicht mehr in die Nähe eines Punktgewinns - die dritte Niederlage in Folge war Fakt.
Das altbekannte Spiel geht somit in die nächste Runde: Wunden lecken und auf Rückkehrer aus dem Lazarett hoffen bzw. Machacek (München) und Archibald (Berlin) wieder im Line-up begrüßen.
Gute Besserung von dieser Stelle aus an alle Wolfsburger Verletzten und Kranken. Insbesondere natürlich an Steven Raabe, der hoffentlich mit einer männlichen Narbe davonkommt. ;-)


0:1 DeFazio (Feser - Storm) 2.Min
0:2 Feser (Marshall - Wagner) 11.Min PP 5-4
1:2 DeSousa (Mingoia - Button) 23.Min PP 5-4
1:3 DeFazio (Storm - Feser) 29.Min
2:3 Rech (DeSousa - Festerling) 39.Min
2:4 Aubry (Bourque - Simpson) 52.Min