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EHC - Red Bull München 1:5

Guten Morgen...

Nachdem die Grizzlys ihren Fans durch zwei hervorragende Heimauftritte in der CHL ordentlich Appetit gemacht hatten, sollte gegen München nun der Hauptgang serviert werden.
Zum Leidwesen der 2650 Fans knüpften die Hausherren leider nicht an die Auftritte in der Königsklasse, sondern eher an das letzte Drittel beim Liganeuling aus Bremerhaven an.
Nach nicht einmal fünf Minuten hatten die Gäste aus München den laschen Auftritt des EHC bereits zweimal bestraft. Erst hatte Quint einen Hinter-Tor-Abpraller am langen Pfosten versenkt (3.), dann schlug Red Bull Neuzugang Macek in einer Drangphase der Gäste per Rückhand zu (5.). Wolfsburg agierte in den ersten zwanzig Minuten geradezu desorientiert, ließ mit Tempo, Leidenschaft und hoher Disziplin dabei gleich mehrere klassische Grizzlytugenden schmerzhaft vermissen. Mit viel Glück rettete die reichlich chaotisch auftretende Defensive der Gastgeber diesen Zwei-Tore Rückstand in die erste Pause und hinterließ reichlich irritierte Gesichter auf den Rängen.
Auch im Mitteldrittel sorgte der Auftritt der Grizzlys weiter für Irritation, allerdings nun im eher positiven Sinn. Als hätte jemand den Schalter gefunden, traten die Gastgeber endlich wieder aufs Gaspedal und setzten nun ihrerseits die roten Bullen immer wieder in deren Drittel fest. Als Dotzlers Schuss (26.)schließlich auf kurioseste Weise (als doppelt abgefälschter Schuss) vom Kinn eines Gegner zum 1:2 einschlug, schien der endgültige Startschuss für die herbeigesehnte Aufholjagd zu sein.
Doch die ohne Foucault und einen weiteren ausstehenden Neuzugang angetretenen Grizzlys blieben im Abschluss viel zu harmlos, verzettelten sich auf den letzten Metern vorm Tor oder versäumten am langen Pfosten nachzurücken. Es war zum Verzweifeln, so fahrlässig verschenkten die Hausherren diese äußerst dominante Phase gegen nun schwimmende Münchner. Gestützt auf einen vorzüglich aufgelegten aus den Birken in ihrem Tor nutzten die Gäste, eben im Stile einer europäischen Spitzenmannschaft, eine der seltenen Gelegenheit ihrerseits zum 1:3.
Der nachgerückte Abeltshauser vollstreckte den Konter seiner Reihenkollegen im Nachschuss (39.) und führte damit den Verlauf des zweiten Drittels komplett ad absurdum.
Damit nicht genug. Bereits nach zwei Minuten im Schlussabschnitt wurde der nächste Anlauf der Gastgeber aufs Schmerzlichste gestoppt. Wolfsburgs aufstrebendes Sturmtalent Fabio Pfohl war nach einem Haken durch einen Gegenspieler kniend in die Bande gekracht (42.) und musste das Spiel vorzeitig beenden. Der Schock saß bei den Grizzlys spürbar tief, statt einer möglichen (wenn auch vermutlich übertriebenen) Spieldauer folgte gar keine Bestrafung. Zwar starteten die Hausherren noch einige wütende Angriffsversuche, doch irgendwie passte bei den Wolfsburgern nun schon wieder nichts wirklich zusammen. Zwei weitere Tore der Gäste durch Kastner (56./60.) machten dann schließlich den Deckel auf diese ärgerliche Partie drauf. Die reichlich schwache und von vielen kleinen Unaufmerksamkeiten geprägte Schiedsrichterleistung fügte sich mit der dürftigen Vorstellung der Grizzlys zu einem reichlich unverdaulichen Erlebnis zusammen – gefrustet ging es für Spieler und Fans schließlich in die nächste Arbeitswoche.
Und diese Arbeitswoche dürfte vor allem für das Team der Grizzlys äußerst intensiv werden...

Teamcheck

Tor
Vogl beim ersten Gegentreffer etwas zu spät am langen Pfosten. Quints Schuss war allerdings perfekt platziert, so dass hier nicht von einem Fehler gesprochen werden kann. Ansonsten hatte der Goalie der Grizzlys nicht den dankbarsten Job auf dem Eis (Abwehrchaos...), blieb aber auch seinerseits eine echte Top-Leistung schuldig.

Verteidigung
Chaotisches Stellungsspiel lässt jede Abwehr schlecht aussehen. Sowohl das Backchecking der Stürmer, als auch die Positionstreue der Verteidiger taugten im ersten Spielabschnitt mal so was von gar nichts.
Für Einzelkritik ist es daher, meiner Meinung nach, noch zu früh. Zu deutlich waren die Fehler in erster Linie Abstimmungs- und weniger Individualfehler. Gegen eine Rückkehr von Robbie Bina hätte zum aktuellen Zeitpunkt natürlich niemand etwas einzuwenden...

Sturm
Wie schon im ersten Ligaspiel: Keine Durchschlagskraft vorhanden. Ohne Foucault, Pfohl und den noch fehlenden Kontingentcenter dürfte es in den kommenden Wochen nicht leichter werden. Neben der streckenweise fehlenden Abstimmung zeigten sich hier leider schon erste Akteure eher unpässlich. Während Aubin für einen Ausländer momentan viel zu wenig Eindruck hinterlassen kann, zeigt Nachwuchstalent Karachun in seinen beiden bisherigen Ligaeinsätzen größere Anpassungsschwierigkeiten. Einzig Lubor Dibelka sorgte bisher für eine positive Überraschung im Bereich Attacke, der Rest der Stürmer bewegte sich (mit Ausnahme des genialen Voakes) eher auf bestenfalls ausreichendem Niveau. Insgesamt betrachtet boten alle Sturmreihen in den ersten 120 Ligaminuten das Bild einer großen Baustelle. Etwas verwunderlich nach den Auftritten der Vorbereitung! mb