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EHC - Adler Mannheim 0:1

Torloses Vergnügen

Selten gab es in der Eisarena eine Partie zu sehen, die auch ohne Treffer der Grizzlys so gut unterhalten konnte wie dieses Spiel.
Wie verwandelt startete Wolfsburg ins Geschehen auf dem Eis, wirkte wesentlich wacher und schneller als in sämtlichen Spielen nach der Länderspielpause. Der Gast hingegen geriet, nach einigen Offensivaktionen zu Beginn, komplett in die Defensive und sollte den größten Teil der Partie auch in dieser Einstellung verharren.
Welle um Welle der Grizzlyangriffe rollte nun auf das von Dennis Endras gehütete Tor und nagelte die Adler immer wieder im eigenen Drittel fest. Doch weder Wolfsburgs erste Reihe um Kapitän Haskins, noch die wie aufgedreht agierenden Weiss und Pfohl konnten ihre Chancen am Goalie der Gäste vorbeibringen. Als Robbie Bina dann noch aus guter Position den Pfosten traf (16.), drohte das eine oder andere locker sitzende Haarteil vom Kopf gerauft zu werden.
Und weiter ging’s mit Pfohl, Weiss, Furchner und Fauser...nichts! Der Puck wollte einfach nicht ins Tor der Adler.
Gut unterhalten und reichlich verwundert ob des Spielstandes ging es für alle Beteiligten in die erste Unterbrechung.
Das Bild sollte sich für die Adler nun vorübergehend aufhellen. Besonders David Wolf sorgte immer wieder mit überzeugenden Alleingängen für Entlastung und erspielte sich somit die eine oder andere Einschussmöglichkeit. Nachdem eben jener Wolf wegen Stockschlags die zweite Strafe (25.) gegen sein Team kassiert hatte, schien die Phase der Mannheimer Offensivbemühungen dann auch schon wieder passé zu sein. Wolfsburg nutzte das folgende Powerplay um die alten Kraft- und Chancenverhältnisse wiederherzustellen. Wie aus dem Nichts dann der Schock für die Hausherren: Mannheims Richmond schlenzt den Puck von der Blauen Richtung Wolfsburger Gehäuse (31.), ein Mitspieler versucht erfolglos abzufälschen...und Brückmann greift bei freier Sicht daneben!
Der Spielverlauf war praktisch von einem Moment auf den nächsten auf den Kopf gestellt – zumindest auf der Anzeigentafel. Das Spiel der Grizzlys hingegen bereitete den Fans nach wie vor großes Vergnügen: Die Stimmung in der Halle war und blieb ausgezeichnet!
Praktisch direkt nach Wiederanpfiff wäre den begeisternd aufspielenden Gastgebern dann auch fast der Ausgleich gelungen. Doch wie schon so oft zuvor scheiterte diesmal Mark Voakes im Duell mit Endras an dessen Schonern, konnte den Puck dann im Liegen auch nicht unter ihm hindurch ins Tor stochern. Es war zum Durchdrehen!
Nachdem auch Fabio Pfohl bei Endras zum wiederholten Male auf Granit gebissen hatte, blieb es bis zur zweiten Pause bei dieser schmeichelhaften Gästeführung.
Das letzte Drittel verschärfte die ohnehin klar verteilten Rollen auf dem Eis noch ein weiteres Mal. Von nun an stürmte praktisch nur noch Wolfsburg, Mannheim verstrickte sich mehr und mehr in eine gigantische Abwehrschlacht ohne größer Entlastungen. Dass es am Ende trotz bester Chancen für die Grizzlys nicht zu einem Treffer reichte, lag in erster Linie am Mann im Kasten der Adler. Dennis Endras fungierte bei den zahlreichen brenzligen Aktionen vor seinem Tor als der vielzitierte Turm in der Schlacht. Weder für Wolfsburgs Topreihen, noch für die ebenfalls immer auffälliger werdende vierte Reihe der Grizzlys führte ein Weg vorbei am Nationalkeeper der Gäste. Wenn das doch einmal der Fall war, rettete die Latte für den geschlagenen Goalie der Adler (52.) und Wolfsburgs Fauser musste kopfschüttelnd auch diesen Fehlschlag quittieren.
Aber von Aufgeben oder Nachlassen war das Team von Pavel Gross meilenweit entfernt. Bis zur Schlusssirene und am Ende mit sechstem Feldspieler kämpften die Grizzlys verbissen um den hoch verdienten Ausgleich – vergeblich.
Unter dem ebenfalls hoch verdienten Applaus ihrer Fans verließen sie schließlich ein wenig geknickt das Eis, können angesichts ihrer gezeigten Leistung mehr als optimistisch auf die nächsten Aufgaben blicken.

Teamcheck

Tor
Felix Brückmann eigentlich mit einer souveränen und ruhigen Leistung. Eigentlich, da sein Fehler in der 31.Minute leider die Partie und damit auch das Duell mit seinem überragenden Gegenüber entschied. Somit bleibt ein eher durchwachsener Eindruck, hatte der Goalie der Grizzlys eben auch wenig Möglichkeiten sich weiter auszuzeichnen.

Verteidigung
Wenn unser Team sein Spiel spielt – und das heißt eben vorbildliches Backchecking und gute Abstimmung – dann sieht die Verteidigung meist sehr gut aus. So auch in dieser Begegnung, die hoffentlich den ersehnten Wendepunkt im Spiel der Wolfsburger darstellt.
Ansonsten eine sehr gute Vorstellung aller Defensivakteure, der lediglich die physische Komponente durch das Fehlen von Björn Krupp ein wenig abging.

Sturm
Mit der Zusammenstellung der Sturmreihen scheint der Trainer momentan den richtigen Riecher zu haben. Besonders die vierte Reihe mit Karachun, Dibelka und Mulock konnte überraschen und durchaus Akzente setzen, wobei sich Karachun in Sachen Handlungsschnelligkeit deutlich verbessert zeigte. Alle anderen Reihen hielten endlich das, was sie auf dem Papier versprachen...bis auf einen kleinen „Schönheitsfehler“.
Pfohl, Höhenleitner, Weiss und Furchner ragten mit extrem entschlossenen Auftritten aus einem ohnehin gut agierenden Team heraus.
Es grenzt an ein Wunder, dass die Adler diesem Grizzlyteam, in dem so vieles wieder funktionierte, ohne Gegentreffer davonkommen konnten. Geht man diesen Weg nun konsequent weiter, dann sollte dieses Kunststück für lange Zeit keinem weiteren Team mehr gelingen. mb

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