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EHC - Augsburger Panther 3:4 n.V.

Erst verschlafen, dann verschaukelt

Es war mal wieder eines dieser typischen Wochentagsspiele. Vergleichsweise wenig Zuschauer (2146), Grizzlys, die irgendwie nicht richtig bei der Sache schienen und am Ende ärgerliche Punktverluste. Gekrönt wurde das Ganze schließlich von einer im Laufe der Begegnung immer abenteuerlicheren Schiedsrichterleistung des allseits beliebten „Profischiedsrichters“ Piechaczek und seines Sidekicks Steinecke.
Die Gastgeber, man muss es so deutlich sagen, starteten ohne jegliche Einstellung zur Defensivarbeit in diese Partie. Immer wieder verweigerten ganze Angriffsreihen ein ernsthaftes Backchecking und ermöglichten den Gäste reihenweise überflüssige Torgelegenheiten. Dass sie lediglich eine davon nutzten, hätte dabei durchaus zum Knackpunkt dieser Begegnung werden können. Parkes’ Treffer zum 0:1 aus der 9.Minute hatten die Grizzlys nämlich noch vor der ersten Pause durch Mark Voakes egalisieren (18.) und somit noch alle Chancen auf die Punkte wahren können. Angesichts der teilweise haarsträubenden Abwehrarbeit, der ohne ihren besten Defensivkünstler (Dehner) angetretenen Wolfsburger ein kleines Wunder. Zwar hatte zwischenzeitlich auch Sebastian Furchner einmal per Lattentreffer erste Ansprüche auf die Punkte angemeldet, doch insgesamt hinterließ Pavel Gross’ Truppe in diesem Spielabschnitt keinen allzu guten Eindruck.
Das sollte sich im Mittelabschnitt zwar ein wenig verbessern, den nächsten Treffer verbuchten allerdings wieder die Gäste. Zum wiederholten Male konnte mit Rekis ein Augsburger Spieler sich den Puck im hohen Slot in aller Seelenruhe zurechtlegen – diesmal mit unerfreulichen Folgen. Der satte Schlagschluss landete ungebremst in den Maschen (28.) und ließ die Frage aufkommen, ob die Grizzlys nicht nun irgendwann einmal richtig aufwachen würden.
Wirklich unter Kontrolle bekamen die Hausherren das Geschehen zwar nicht, doch dank Mark Voakes lebte die Option auf die volle Punkteausbeute weiter. Nachdem er den ersten Treffer noch listig über den Schaft abgefälscht hatte, war der Wolfsburger Ausnahmecenter beim 2:2 per Abstauber zur Stelle gewesen (32.). Bis zur zweiten Unterbrechung gewann die Partie zusehends an Härte, die Referees schienen die Gangart beider Teams aber größtenteils im legalen Bereich anzusiedeln. Mit der Sirene entluden sich dann schließlich die ersten Spannungen zwischen den Kontrahenten. Nach einem Stockschlag durch den mittlerweile etwas entnervten Mark Voakes, kamen sich Cundari und Sharrow wenig freundschaftlich näher und geleiteten die Zuschauer mit einer Boxeinlage in die zweite Pause.
Nach überstandener Unterzahl entwickelte sich das bereits gewohnte Bild einer leicht verfahren wirkenden Partie mit wenig zwingenden Gastgebern in der Hauptrolle. Doch bei eigener Überzahl gibt es bei den Grizzlys mittlerweile leichte Aufwärtstendenzen zu verzeichnen: Alex Weiss gelang zur Mitte des Drittels (49.) der vielumjubelte Schlagschuss zur erstmaligen Führung für die Männer in orange.
Auf einmal wirbelten die Gastgeber in Sachen Offensive los, als ob das bisherige Geschehen nur ein Probedurchgang gewesen wäre. Das Toreschießen vergaßen die Grizzlys gegen nun immer aggressiver agierende Gäste dann aber leider doch...gleich reihenweise setzten sie die Pucks am Tor vorbei oder wurden in allerletzter Sekunde noch am Abschluss gehindert. Besonders ärgerlich gestaltete sich dabei die Linie der beiden Hauptschiedsrichter, die den Gästen nun im Minutentakt Checks in den Rücken und ganz nebenbei eine Kelle direkt ins Gesicht von Patrick Seifert durchgehen ließen. Sichtlich angefressen von der dreckigen Gangart der Gäste hielt der EHC durch hohes Tempo dagegen – nur um dann seinerseits eine Witzstrafe wegen Stockschlags zu kassieren. Fausers Gegenspieler hatte den Stock nach einem leichten Schlag einfach mal publikumswirksam fallen lassen – Eistanzchoreograph Piechaczek (zweimal Buchstabensalat in Reihe - auweia) fand Gefallen an der Aufführung. Während der folgenden Unterzahl konnte sich dann Gehirnakrobat Likens mal wieder nicht zusammenreißen und setzte einen Check gegen den Kopf eines Augsburgers: Doppelte Unterzahl, herzlichen Dank auch.
Prompt nutzten die Gäste die Einladung zum späten Ausgleich (59.) durch Braden Lamb.
Damit nicht genug. In der anschließenden Verlängerung holten sich die Panther sogar noch den Extrapunkt. Nach einem Puckverlust durch Aubin, vollstreckte Parkes im Alleingang gegen Brückmann – per Bauerntrick!
Reichlich bedient schlichen Team und Fans zurück in die Arbeitswoche.

Teamcheck

Tor
Kein leichter Arbeitstag für Felix. Wenn immer wieder nur das halbe Team ernsthaft verteidigt, dann sieht ein Goalie nicht besonders gut aus. Tat er aber meistens doch!
Viele unbedrängt abgefeuerte Versuche aus dem hohen Slot entschärfte die Katze vor allem im Auftaktdrittel. An den Gegentoren traf ihn letztlich keine größere Schuld, auch wenn er bei Gegentreffer Nr.4 einen nicht allzu eleganten Eindruck hinterließ ;)

Verteidigung
Ohne Dehner sehr fahrig, teilweise nicht auf der Höhe des Geschehens. Besonders Sharrow und Likens treiben mich momentan an den Rand der Verzweiflung. Während Sharrow weiterhin durch Puckverluste (im ersten Drittel auch Mal ohne Hinterherfahren) glänzt, scheint Likens weiterhin zu glauben, dass Jähzorn zu seiner Stellenbeschreibung gehört.
Kann man nur hoffen, dass Dehner und Bina schnell zurückkehren, damit die beiden auch mal „Pause“ machen können.

Sturm
Was Wolfsburg, eigentlich schon regelmäßig, gegen Augsburg offensiv zustande bringt, ist einfach nur dünn. Lediglich Mark Voakes glänzt mal wieder durch individuelle Klasse und hat endlich mehr Glück im Abschluss. Doch was Wolfsburg letztlich an wirklich zwingenden Chancen herausspielen konnte, kann man an einer Hand abzählen. Offenbar schmeckt den Grizzlys die Augsburger Art ihren eigenen Slot zu verteidigen nicht sonderlich. Vor dem Tor blieb der Grizzly jedenfalls eine seltene Tierart – von Neuzugang Johnson abgesehen. Gefährliches kam meistens im Konter und aus der Distanz.
Insgesamt betrachtet kann unser Trainer offenbar kein passendes Rezept gegen diesen Gegner vermitteln. Schade. mb