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EHC - Iserlohn Roosters 1:3

Bonjour tristesse

Die Heimspiele der Grizzlys geraten mittlerweile mehr und mehr zu einer Pflichtveranstaltung für alle Beteiligten, die kaum noch Freude aufkommen lassen will.
Zu bieder und unkoordiniert agiert Wolfsburgs immer wieder neu zusammengewürfelte Truppe, zu hoffnungslos entwickelt sich das Streben nach der elften Play-off Teilnahme in Folge.
Dabei hatte der erste Spielabschnitt gegen die Gäste aus Iserlohn durchaus noch Raum für milden Optimismus gelassen, da Wolfsburg aus einer stabilen Defensive immer wieder auch vor dem Roosters-Tor für Gefahr sorgen konnte. Doch die ganz großen Chancen sollten sich nicht auftun - im Gegenteil: Bei eigener Überzahl hatte es fast per Konter im Kasten der eigentlich überlegenen Hausherren geklingelt (15.)! Ein Vorbote kommender "Genüsse".
Während Wolfsburg im ersten Abschnitt zumindest so etwas wie Torgefahr simuliert hatte (Neuzugang Pohl mit der einzigen klaren Einschussgelegenheit), so blieb es im Mitteldrittel bei einem Lattenkracher durch Jason Jaspers. Ansonsten dominierten die Gäste das wenig spektakuläre Geschehen auf dem Eis, während die Grizzlys offensiv nur alle fünf Minuten stattfanden. Wie zuletzt gegen Krefeld entwickelte sich nun ein Spiel zum Abgewöhnen. Die Wolfsburger Fans stellten, mit den rund 80 Iserlohner Fans sowieso überfordert, den Support weitgehend ein, das Trauerspiel durfte ungehindert in Richtung Finale schlingern.
Als den Roosters dann auch noch die Führung durch Weidner (34.) gelang, wurden die Gesichter noch länger...
Im Powerplay bedurfte es bezeichnenderweise eines Ausrutschers von Wolfsburgs Neuzugang Welsh, damit der Passweg zum Torschützen komplett frei und überhaupt ein Treffer in dieser mäßigen Partie möglich wurde.
Das Spiel und die Wolfsburger Angriffsbemühungen stolperten fortan weiter gen Schlusspfiff und tatsächlich: Es gab Grund zur Freude für die über 2300 Schmerzbefreiten in der Eisarena!
Mit einem doppelten Doppelpass setzten Bergman und Welsh das einzig erfreuliche Ausrufezeichen in dieser eher traurigen Partie. Mit viel Glück war der Puck im zweiten Zusammenspiel Welsh vor die Füße gesprungen (42.), was sich der Wolfsburger Stürmer nicht entgehen ließ und so den viel umjubelten Ausgleich erzielen konnte.
Am Wolfsburger Rumpeleishockey mit abgebrochenen Angriffen, Schüssen in die Schlittschuhe und viel Dump and Chase änderte das leider nichts...
Nach dem Prinzip "Schlimmer geht immer" nutzten die Grizzlys schließlich ein eigenes Powerplay, um die Partie zu entscheiden - allerdings zugunsten des Gegners.
Erneut Welsh leitete mit einem Annahmefehler den folgenden Konter der Gäste ein (51.), Friedrich schloss per Alleingang zum Shorthander ab.
Der Versuch einer Schlussoffensive prallte einerseits am Iserlohner Abwehrbollwerk ab, scheiterte anderseits an den angesprochenen Abstimmungsproblemen im Wolfsburger Aufbau- und Zusammenspiel.
Zu guter Letzt gelang den Gästen auch noch der Schuss ins leere Tor (59.). Caporusso setzte somit den Schlusspunkt unter diese erneut enttäuschende Begegnung.

Tor
Die positivste Nachricht der letzten Wochen. David Leggio scheint langsam zu alten Formhöhen zurück zu finden. Zum ersten Mal in dieser Saison stellt die Nachverpflichtung im Kasten der Grizzlys über mehrere Spiele nacheinander eine echte Hilfe dar - leider kann sein Team nur selten damit etwas anfangen. Klasse Reflexe und Beinarbeit halten Wolfsburg zumindest etwas länger im Bereich von etwas Zählbarem.

Verteidigung
Die Verteidigung ist nicht Wolfsburgs Problem. Weder von den Ausfällen, noch von der Leistung der Einzelakteure. Natürlich: Ein wenig mehr Qualität im Aufbauspiel jenseits von Jeremy Dehner wäre wünschenswert, doch insgesamt haben sich alle von ihren anfänglichen Leistungsschwankungen erholt.
Wade Bergman leistet offensiv mehr als erwartet, dafür ist er defensiv halt ein wenig schwächer als gewünscht. Gleiches gilt übrigens auch für Dehner. Wurm, Likens und Wrenn mit sehr solider Abwehrarbeit, Steven Raabe schlägt sich weiter erstaunlich gut.
Einzig Björn Krupp hat immer noch Mitschwimm-Phasen, in denen er nicht einmal annähernd die Autorität der letzten Saison ausstrahlt.

Sturm
Das haarsträubende Zusammenspiel der Grizzlys verhindert fast jegliche Beurteilung der Einzelakteure. Lediglich Daniel Sparre scheint nichts die Laune und den Elan vermiesen zu können. Zum wiederholten Male mit Abstand bester Akteur auf Wolfsburger Seite. Seine sonst recht gut funktionierende Reihe mit Jason Jaspers litt dieses Mal allerdings deutlich unter Ohmanns schwachem Auftritt. Im Zweikampf komplett abgemeldet erwischte das Wolfsburger Kampfschwein leider einen ganz schlechten Tag.
Ansonsten nicht viel Neues. Aubin und Furchner weiter ein Schatten vergangener Tage, Pohl offenbar kein Effizienz-Monster.
Jeremy Welsh steht als Neuzugang stellvertretend für den bisherigen Saisonverlauf: Guten Ansätzen im ersten Spiel und einem Tor im zweiten, stehen zwei Fehler/Missgeschicke, die zur Niederlage führen gegenüber.
Im Guten findet sich immer noch etwas Schlechteres - es nervt! mb