header
Log in
A+ A A-

EHC - Straubing Tigers 1:3

Blasser Auftritt an einem trüben Tag

Ohne den verletzten Ryan Button und ohne Spieldauer-Sünder Likens traten die Grizzlys gegen den Gast aus Straubing an, für den es momentan überraschend gut läuft.
Für einen Mittwochabend typisch, hielt sich das Zuschauerinteresse (2125) deutlich in Grenzen und auch die allgemeine Stimmung jenseits der Fankurve durfte getrost als reserviert bezeichnet werden. Daran sollte sich auch über weite Strecken der Begegnung nicht viel ändern, denn es gab leider auch nur wenig Anlass dazu.
Wolfsburg hatte dabei seinen geschrumpften Kader um Stürmer Valentin und Verteidiger Raabe ergänzt, doch beide Akteure sollten nicht eine Sekunde zum Einsatz kommen.
Das Auftaktdrittel gestaltete sich aus Sicht der Grizzlys als das überzeugendste, blieb aber trotz fünfminütiger Überzahl (ab 17.Minute) torlos. Zwei Minuten der Strafe gegen Mouillierat hatten die Gastgeber sogar in doppelter Überzahl agieren dürfen, ohne dabei auch nur ansatzweise überzeugen zu können.
Zuvor hatten sich beide Teams einen verbissenen Fight geliefert, in dem es keinem der beiden Kontrahenten gelungen war, wirklich deutliche Chancen oder eine klare Überlegenheit herauszuspielen. Trotzdem konnte man dem ersten Spielabschnitt einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, nicht zuletzt wegen der akzeptablen Offensivaktionen der 1. und 4.Reihe der Grizzlys. Kaum war im Mittelabschnitt aber die Spieldauer-Strafe der Gäste abgelaufen, übernahmen diese auch das Zepter auf dem Eis und eröffneten die erste richtige Druckphase eines Teams in dieser Partie. Die Straubinger Überlegenheit sollte nicht ohne Folgen bleiben. Gäste-Kapitän Schönberger versenkte zunächst aus vollem Lauf einen Abpraller (30.) zum 0:1, vier Minuten später war Loibl im Powerplay für die Tigers erfolgreich. Fast schon entspannt legte der gebürtige Straubinger den Puck in die Maschen, nachdem die Grizzlys den entsprechenden Pass nur im ersten Anlauf hatten unterbinden können.
Eine weitere Wolfsburger Überzahl blieb gewohnt harmlos, das Kopfschütteln auf den Rängen blieb Breitensportart.
Der Schlussabschnitt bot dann doch noch einmal so etwas wie Spannung, da es Wolfsburg irgendwie gelang den Puck an Vogl vorbei ins Tor zu arbeiten (46.).
Dabei hatte man den Eindruck, als müsse sich die gesamte Wolfsburger Mannschaft in den Torraum der Gäste werfen, um genügend Durcheinander für den Torerfolg zu produzieren. Den Abpraller von Rechs Schuss hatte zunächst Aubin an den Pfosten gelegt, den zweiten Abpraller hämmerte schließlich der nachgerückte Bittner zum Anschluss in die Maschen.
Am Spielverlauf änderte dies indes nichts: Straubing stand weiter extrem stabil im eigenen Drittel, legte jetzt vielleicht noch ein bisschen weniger Wert auf offensive Akzente. Wolfsburg mühte sich, etwas Offensives zu kreieren, blieb dabei aber meiste harmlos und deckte den Goalie der Gäste mit gut sichtbaren Schüssen ein.
Highlights dieses, trotz des knappen Spielstands, eher zähen Abschnitts waren eine mehrere Minuten dauernde Phase, in der Brückmann mit Spielerkelle agieren musste und der Schuss ins leere Tor der Grizzlys (60.). Genau so traurig, wie sich das liest, war es auch.

Teamcheck

Tor
Felix auch in seinem zweiten Saisonauftritt fehlerlos. Wirkte absolut gefestigt und war bei beiden Gegentreffern ohne jede Chance. Eine der wenigen positiven Erscheinungen des Abends.

Verteidigung
Ohne Button und Likens lahmt der Spielaufbau. Lediglich der bisher überraschend stark agierende Bergman kann hier ein wenig Linderung verschaffen. Ob satte 28 Minuten Eiszeit sinnvoll sind, wenn gleichzeitig Steven Raabe nicht eine Sekunde Spielzeit bekommt - diskutabel!
Bittner weiterhin sehr souverän und mit viel Biss unterwegs - ein echtes Vorbild, vor allem für den einen oder anderen aus der Abteilung Attacke...
Adam und Wurm ebenfalls mit soliden Auftritten, Jones mal wieder mit 2-3 haarsträubenden Puckverlusten - bleibt für mich weiterhin in Sachen Zuverlässigkeit ausbaufähig.
Die Defensive war, trotz des Fehlens der Top 2, nicht das Wolfsburger Problem in dieser Partie!

Sturm
Jenseits der 1. Reihe weht hier nur ein laues Lüftchen. In der 2. und 3. Reihe passt es einfach kein bisschen zusammen. Ein munteres Potpourri an Pässen und Schüssen in die Kufen der Mitspieler, garniert durch Machacek, Sislo und Furchner, die auch individuell einfach nicht zu überzeugen wissen. Sislo schießt sich dabei zwar geradezu nen Wolf, aber die Qualität seiner Abschlüsse ist abenteuerlich schlecht und der sonst so präsente Machacek ist in keiner Hinsicht ein Faktor im Spiel der Grizzlys (0 Punkte / -6).
Die vierte Reihe um den sehr energiegeladen auftretenden Latta überzeugt hingegen und könnte mit ein wenig mehr Routine bzw. Eiszeit vielleicht sogar zum Scoring beitragen.
Insgesamt eine Riesenbaustelle, die vom überragenden Auftreten der 1.Reihe zunächst überdeckt wurde. Die zwei Ausfälle von Möchel und Höhenleitner lasse ich hier nicht als Ausrede zählen - die 4.Reihe ist nicht das Problem! mb