header
Log in
A+ A A-

EHC - Fischtown Pinguins 2:5

Das große Zittern und Zaudern

Entgegen den sonstigen Gewohnheiten wird der Spielbericht zu diesem nur als nervlichem und spielerischem Offenbarungseid zu wertenden Gestocher sehr kompakt ausfallen.
Das Aufzählen der mannigfaltigen Unzulänglichkeiten quält den Autor dieser Zeilen nicht weniger, als das Betrachten der aktuellen "Spielkultur" unserer Grizzlys.
Gegen den um vier Stammspieler, darunter drei Leistungsträger, dezimierten Gegner aus Bremerhaven gelang Wolfsburg auch im siebten Spiel in Folge kein Punktgewinn.
Alle drei Drittel liefen dabei nach dem gleichen Muster ab: Erst spielten sich die Gastgeber tonangebend, aber reichlich uninspiriert leichte Vorteile heraus, dann kassierten sie ein bis zwei Treffer nach individuellen Fehlern der katastrophalsten Sorte.
1. Drittel:
Wolfsburg startet ordentlich, kassiert in der 9. Minute nach Rechs Puckverlust im eigenen Drittel ganz easy das 0:1 durch Uher und läuft danach völlig wirr und mutlos durch die Gegend.
2.Drittel:
Die Grizzlys wieder mit ordentlichem Start, scheinen das Geschehen unter Kontrolle zu bekommen und erzielen tatsächlich den Ausgleich durch Brent Aubin (30.). Wie zum Gegenbeweis lässt sich Wurm hinter dem eigenen Gehäuse die Scheibe ausstechen und Verlic hämmert den freien Puck aus dem hohen Slot in den Winkel (33.).
Bei eigener Überzahl schlägt Olimb im Aufbau über den Puck - die Gäste nehmen das Spielgerät dankbar auf und verwerten im Nachschuss zum 1:3 durch Uher (39.), der somit seine bisher einzigen zwei Saisontore gegen die Grizzlys erzielt hat. Ein Tor des EHC wird kurz vor der Pause, zurecht, wegen Torraumabseits nicht gegeben.
3.Drittel:
Wolfsburg schüttelt sich noch einmal und rennt weiter mehr schlecht als recht und wenig koordiniert an. Dieses Mal bedient Aubin seinen Sturmkollegen Rech zum erneuten Anschluss (49.) und man spart sich die nächsten Aussetzer für die Schlussminuten auf.
BEIDE Empty Net Goals (59.) der Gäste fielen zum krönenden Abschluss dieser Geisterbahnfahrt nach völlig lächerlichen Fehlern der Grizzlys. Bergmans Pass in die Kufen fand dabei genauso wie Likens' Pass ohne Puck den Weg ins eigene Tor.
Völlig genervt von dieser Zumutung eines Eishockeyspiels verließen die ohnehin nicht sonderlich zahlreich anwesenden Zuschauer (2200 + 400 Gästefans) frühzeitig die Halle, um sich den Rest-Sonntag irgendwie mit etwas Angenehmerem zu vertreiben.
Man kann es leider nicht positiver formulieren, ohne der Scheiße noch Geschmack zu geben:
Die Auftritte der Grizzlys machen in dieser Saison fast ausnahmslos keinen Spaß. Das gebotene Rumpelhockey lässt nicht einmal ansatzweise ein offensives Konzept erahnen und verunsichert das Team zusehends, so dass auch wenig begeisternd aufspielende Gegner nur auf Wolfsburger Aussetzer warten müssen. Das Spiel gegen den REV bildete da nur den Gipfel an "Spielkunst", der schon als seelische Grausamkeit am Zuschauer gewertet werden darf.
Sollten am kommenden Wochenende nicht deutliche Statements auf dem Eis abgegeben werden, darf das Experiment "Trainer vom Tabellenletzten verpflichten" als gescheitert betrachtet werden. Wie ein Tabellenletzter spielt der EHC ja bereits...im Prinzip hat man nun alles erreicht.

Teamcheck

Tor
Felix mit einem echten Kackjob hinter dieser Chaostruppe. Hielt, was zu halten war.

Verteidigung
Casto mit guten Ansätzen, aber weiter mit deutlichen Anpassungsschwierigkeiten auf dem großen Eis. Klärt und passt immer wieder in die Kufen seiner Gegenspieler.
Wurm, Bergman und Likens mit (Abspiel)fehlern als Assistgeber für die Gäste aktiv.
Jones unauffällig. Bittner giftig, präsent, aber auch nicht gänzlich ohne Wackler.
Angesichts des Drecks, den sich Armin Wurm schon wieder zusammenspielt, ist die Zuschauerrolle von Maxi Adam einfach nicht nachzuvollziehen. Vielleicht war er angeschlagen...

Sturm
Die erste Reihe läuft wieder auf dem gewünschten Niveau. Lediglich Olimbs umständliches und ohne körperliches Durchsetzungsvermögen vorgetragenes "Gezocke" bremst die Formation manchmal etwas aus.
Der Rest kämpft, läuft und schießt sich munter gegenseitig die Schlittschuhe kaputt. In Überzahl sorgt die Wolfsburger Spielkultur dann endgültig dafür, dass im heimischen Publikum auch der letzte herzkranke Choleriker seine Zurückhaltung ablegt.
Neuerliche Umstellungen in den anderen drei Reihen kann man getrost unkommentiert lassen. mb