header
Log in
A+ A A-

EHC - Krefeld Pinguine 3:2

Ein starker Anfang

Für rund 20 Minuten wehte zum zweiten Mal ein Hauch von Spektakel durch die heimische Eisarena. Nachdem das Debüt von Lucas Lessio bereits eine eher durchschnittliche Partie zum Leckerbissen verwandelt hatte, träumten die rund 2800 Zuschauer nach zwanzig Minuten wohl von etwas Ähnlichem. Der Gast aus Krefeld präsentierte sich dabei im ersten Abschnitt im Vorwärtsgang durchaus gefährlich, störte aber im eigenen Drittel den Spielfluss der Grizzlys viel zu wenig.
So erspielten sich die schnell und recht kombinationsfreudig agierenden Gastgeber nicht nur ein optisches Übergewicht, sondern zeigten sich auch äußerst effizient vor dem gegnerischen Tor. Valentin Busch war es vorbehalten den Torreigen zu eröffnen: Sein verdeckter Distanzschuss (10.) fand den Weg durch den Verkehr und die Schoner des Krefelder Goalies. Mit seinem ersten DEL-Tor überhaupt stellte der Youngster die Weichen auf Sieg, der Druck der Gastgeber nahm nun überhand. Nur zwei Minuten später war es Lessio, der einen Abpraller in aller Gemütlichkeit in den Giebel hebeln konnte, so dass die Stimmung in der Halle einen ersten Höhepunkt erreichte. Krefeld wirkte in den kommenden Minuten mit dem Angriffswirbel der Grizzlys das erste (und leider letzte) Mal komplett überfordert, rettete immer wieder mit Mühe und Not, um schließlich doch eine Strafe (16.) und das längst überfällige 3:0 zu kassieren. Mit Ablauf der Strafe (18.) hatte der verlorene Sohn (Pfohl) dann ebenfalls seine Wolfsburger Torpremiere feiern dürfen. Sein Schuss landete auf den Schonern von Rynnäs, der die Scheibe dann mit ins Tor nahm. Da er gleichzeitig das Tor aus der Verankerung getreten hatte, fand der Treffer erst nach langwierigem Videobeweis seine Anerkennung.
Erst, als ein Teil der Grizzlys offenbar schon mit dem Kopf in der Kabine war, gelang den Gästen per Konter der erste Torerfolg des Abends durch Martin Schymainski (20.). Eiskalt hatte der auffällig agierende "Kampfzwerg" für die Gäste in den Winkel abgeschlossen und somit der aufkommenden Euphorie einen ersten kleinen Dämpfer verpasst.
Bei den rund 150 mitgereisten und stets lautstarken Fans der Pinguine keimte hingegen wieder Hoffnung auf Besserung auf.
Diese Hoffnung bekam während der nächsten 10 Minuten weiteren Nährboden, denn Wolfsburg lehnte sich nun einfach ein Stück zu weit zurück, überließ dem KEV zu sehr den aktiveren Part auf dem Eis. Die Pinguine ihrerseits ließen aber den letzten Killerinstinkt vor Brückmanns Tor vermissen und konnten diese Nachlässigkeit nicht in Zählbares verwandeln. Ab Mitte der Begegnung, die nun immer mehr verflachte, fanden die Grizzlys endlich ihren Weg zurück ins Geschehen und hatten nun wieder die größeren Chancen auf weitere Tore zu verbuchen. Doch sowohl Pfohl, der über den blanken Kasten schoss (32.) noch Machacek per Alleingang (39.) konnten das wohl vorentscheidende vierte Tor für ihre Farben verbuchen.
Da die Grizzlys zu einer deutlich aktiveren Linie zurückgekehrt waren und diese Marschrichtung auch im Schlussabschnitt beibehielten, kam dem Spiel allmählich die Spannung abhanden. Erst, als das Schiedsrichtergespann gleich zweimal äußerst unglücklich gegen die Hausherren entschied, kam noch einmal Leben in die Krefelder Bemühungen um Zählbares. Zunächst hatte es Johansson getroffen, der seinem Gegenspieler eher ungeschickt, denn absichtlich durch die Kufen gefahren war (54.), dann hielt sich Krefelds Noonen den Stock von Olimb mit der Hand vom Hals, woraufhin der Wolfsburger laut protestierend wegen "hohen Stocks" in die Kühlbox musste (58.). Fast wären die Grizzlys auch aus dieser Phase ungeschoren davongekommen, doch Besses spätes 3:2 nützte den Gästen 24 Sekunden vor dem Ende auch nicht wirklich etwas.
Zuvor hatte Wolfsburg mit vollem Einsatz die Führung verteidigt, wobei sowohl der überragend aufgelegte Felix Brückmann, als auch seine Vorderleute einige brenzlige Situationen entschärfen konnten.
Entsprechend groß war dann, trotz eigentlich eindeutigem Spielverlauf, der Jubel über die wichtigen drei Punkte aus diesem Kellerduell. Wobei Wolfsburg momentan viel dafür tut, um nicht mehr Teil eines solchen Aufeinandertreffens der Enttäuschten zu sein.
Am kommenden Wochenende haben die Männer von Pat Cortina dann die Gelegenheit, ihre nach oben zeigende Formkurve unter erschwerten Bedingungen zu bestätigen: Mit Straubing und Berlin warten zwei Teams vom anderen Ende der Tabelle auf die Grizzlys!


Teamcheck

Trainer
Pat Cortina wirkt zuletzt wesentlich aktiver hinter der Bande.
Strahlt aber immer noch nicht ansatzweise die Entschlossenheit aus, die ich für nötig halte, um das Team langfristig an seine Leistungsgrenzen zu führen. Die Neuzugänge Lessio und Pfohl haben uns auf dem Papier (und bisher auch auf dem Eis!) noch einmal in deutlich höhere Sphären gebracht. Ich persönliche sehe momentan vom Leistungsvermögen her Platz 6 als realistisches Minimalziel - dazu muss nun ein echter Ruck durch das gesamte Team und den Trainerstab gehen!


Tor
Felix mit absoluter Topleistung. Das eher schlaffe Mitteldrittel und die beiden Strafen am Ende rächen sich vor allem wegen seines großartigen Auftritts nicht!
Der Monstersave gegen Costello gehört definitiv in die TOP 10!

Verteidigung
Sehr konzentrierte Leistung der gesamten Defensive, die weiterhin auf Wurm, Bergman und nun auch Adam verzichten musste. Bemerkenswert das Duo Höhi und Likens. Während Höhenleitner sich als beeindruckende Allzweckwaffe eindringlich für eine Vertragsverlängerung empfiehlt, bekommt Jeff Likens vorne wie hinten nichts mehr geregelt und war der einzige negativ auffallende Akteur.

Sturm
Die nun recht ausgeglichen aufgestellten Reihen machten zunächst beim Iserlohn-Spiel weiter und begeisterten mit flüssigeren Spielzügen und viel Druck auf den gegnerischen Kasten. Interessant wird es natürlich bei einer Rückkehr von Furchner und Aubin, ob die funktionierenden Reihen wieder umgestellt oder ob es eine neue vierte Reihe geben wird.
Valentin Busch mit einem hervorragenden ersten Drittel, erzielt dabei völlig verdient sein erstes DEL-Tor. Des Weiteren stachen Pfohl und Olimb mit sehr beherzten Auftritten heraus, wobei das Körperspiel von Olimb von Woche zu Woche besser zu werden scheint.
Insgesamt viel Anlass zur Freude und zu ein wenig mehr Optimismus, als zuletzt. mb