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EHC - Red Bull München 5:1

Prickelnder Eishockeyspaß mit Red Bull

Zum ersten Mal in der laufenden Saison wussten die Grizzlys von der ersten bis zur letzten Minute einer Begegnung zu überzeugen!
Dass dieses freudige Ereignis ausgerechnet gegen den Tabellenersten zu bewundern war, machte die Angelegenheit für die rund 2500 Zuschauer zu einem hervorragenden Wochenausklang, auch wenn der Anpfiff um 19.00 nicht unbedingt zu den Publikumslieblingen gehören dürfte.
Egal, was man im Rest der Republik vom Wolfsburger Publikum auch denken mag: Ein gutes Gespür für die Einstellung ihres Teams haben die Fans der Grizzlys schon immer gehabt. Und so gingen ihre Anhänger auch vom Start weg leidenschaftlich und lautstark den Weg ihres Teams mit, das mit viel Einsatz und Tempo die diesjährigen Play-offs schon etwas früher beginnen ließ.
Hellwach und äußerst effizient agierend nutzten die Gastgeber gleich die ersten beiden Überzahlspiele der noch jungen Begegnung zur euphorisch gefeierten 2:0 Führung. Ja, richtig gelesen: Erst Festerling per Abfälscher (5.), dann Fauser im Nachschuss (9.) sorgten für lange Gesichter auf der Bank der Münchner Brausebubis.
Kaum hatten sich die Fans ein wenig gefangen, fälschte Fauser schon den nächsten Schuss eines Mitspielers unhaltbar zum 3:0 in die Maschen ab (14.). Wer nun allerdings glaubte, dass München sich komplett überfahren lassen würde, der sah sich getäuscht. Die mit nur 17 Feldspielern und u.a. ohne Voakes und Hager angetretenen Gäste schalteten einen Gang höher und zwangen nun ihrerseits Wolfsburg zu unfairen Mitteln zu greifen. Etwas unglücklich gestaltete sich aus Sicht der Gastgeber dabei die kommenden Minuten: Nachdem mit Jones und Möchel gleich zwei Grizzlys in einer Szene eine Strafe kassierten, ging im fast abgelaufenen doppelten Überzahlspiel schon wieder der Arm eines Referees hoch. Bevor die Strafe ausgesprochen werden konnte, hatte aber Topscorer Bourque bereits den Puck an Felix Brückmann im Tor der Grizzlys vorbei gezirkelt. Die neue Strafe gegen Casto wegen hohen Stocks ging somit voll in die Uhr und mit Jones durfte zumindest ein anderer Verteidiger zurück auf die Bank.
Die Gastgeber überstanden die folgenden zwei Minuten unbeschadet und durften dann ihrerseits einmal ein Powerplay (18.) ungenutzt lassen.
Die Begegnung der Münchner in Bremerhaven im Hinterkopf ging es fröhlich, aber noch längst nicht sorgenfrei in die erste Pause dieser bis dahin ausgesprochen unterhaltsamen Partie.
Der Mittelabschnitt sollte deutlich verbesserte Gäste sehen, die ihre Intensität weiter steigerten und mit einer gesunden Portion Härte versuchten, das Spiel an sich zu reißen. Doch trotz allem Druck, den die Bullen zu erzeugen vermochten - die Grizzlys blieben stets flink auf den Tatzen, störten die Gäste immer wieder durch gedankenschnelle Puckeroberungen oder schmissen sich im letztem Moment noch in die aussichtsreicheren Schüsse des Tabellenführers.
Als mit Trevor Parkes erneut ein leicht entnervter Gast auf der Strafbank Platz nehmen durfte (25.), ließen sich die Grizzlys erneut nicht zweimal bitten. Toto Rech war es schließlich, der ein flüssig und geradezu rasant vorgetragenes Powerplay mit einem zielsicheren One-Timer krönen konnte. Die Halle rastete nun völlig aus, trug das Team auch durch die nächste Unterzahl (33.) und peitschte die aufopferungsvoll kämpfende Truppe immer wieder nach vorn. Gegen Ende des Drittels hatte das Team von Pat Cortina tatsächlich noch einmal eine Phase mit den deutlich besseren Chancen und hätte kurz vor der zweiten Sirene beinahe noch den fünften Treffer durch Fauser und wenig später durch Bittner (Pfosten) nachlegen können. Schon etwas entspannter ging es in die zweite Pause.
Der Schlussabschnitt startete wie der mittlere mit dem eindringlichen Versuch der Gäste, die drohende Niederlage noch irgendwie abzuwenden. Wolfsburg schaltete nun in den Überlebensmodus und verteidigte mit allerletztem Einsatz die eigentlich deutliche Führung. Ein hervorragendes Zeichen, das vielleicht dafür spricht, dass die Grizzlys mittlerweile doch die eine oder andere Lektion gelernt haben.
Wenn auch die Spielanteile sich nun deutlicher in Richtung München verschoben - Wolfsburg hatte immer wieder gute Kontergelegenheiten und präsentierte sich bis in die Schlussminuten hellwach und äußerst schnell in seinen Entscheidungen. Selten bis nie hatten die Gastgeber in dieser bisher mäßigen Saison einen derart präsenten Eindruck vor heimischer Kulisse hinterlassen. Selbst die furiose Premierenpartie von Lucas Lessio (gegen Düsseldorf) war eher von den Geistesblitzen des hochklassigen Neuzugangs geprägt gewesen - in dieser Begegnung hingegen schien jeder einzelne Grizzly den finalen Gong zur Jagd auf Platz 10 gehört zu haben. Ein Riesenspaß!
Als München schließlich (58.) Torhüter Reich für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, hielten die Gastgeber auch dieser Herausforderung stand und konnten wenig später sogar noch Aubins Treffer zum 5:1 Endstand (60.) bejubeln. Vom eigenen Bullykreis hatte der sympathische Franko-Kanadier das Spielgerät in den leeren Kasten der Gäste befördert und dem Sechs-Punkte-Wochenende die Krone aufgesetzt.
Sieht man einmal vom ersten Drittel in Iserlohn ab, so stimmen die letzten Leistungen doch deutlich optimistischer bezüglich des Erreichen der Play-offs. Das Restprogramm der Grizzlys hat es trotzdem weiter in sich.


Teamcheck

Tor
Felix mit einer weiteren Gala-Vorstellung. Hielt im zweiten und vor allem im Schlussabschnitt den Sieg fest und wehrte auch einiges an verdeckten Schüssen vorbildlich ab. In der aktuellen Form (leider) nicht zu ersetzen.

Verteidigung
Durch die Bank schneller, verantwortungsbewusster und hellwacher Auftritt der Wolfsburger Defensivkünstler. Kein einziger Akteur fiel ab - da kann man auch mal Red Bull wegfiedeln ;-)

Sturm
Pfohl und Fauser mit bärenstarken Auftritten bei 5 gegen 5 und im Powerplay. Rech komplettierte die leistungsmäßig 1.Reihe der Grizzly hervorragend. Lessio wirkt neben Olimb und Aubin nicht wirklich optimal aufgehoben, brachte mit seiner positiven Art und seinen extremen Antritten aber jede Menge Spielfreude und Dynamik ins Spiel. Ungewohnt, wenn man gegen Red Bull spielt und der beste Einzelkönner steht nicht auf der anderen Seite des Eises!
Aber auch hier gilt: 12 Stürmer die allesamt mit Herzblut bei der Sache sind, aufmerksam und energisch in die Zweikämpfe gehen und mit vielen kleinen Puckeroberungen den Gegner zermürben. Das war Grizzly-Hockey! mb